Neue Biodiversitäts-Initiative: Friland-Landwirte lernen ihre Natur besser kennen

Stärkung der Biodiversität bei Friland-Produzenten

Das Projekt basiert auf freiwilligen Initiativen, respektiert die individuellen Betriebe und ist für alle Schweinelieferanten kostenlos.

11. Dezember 2025

Lene Thomsen, Senior Project Specialist bei Friland:

„Bei Friland spüren wir das Interesse und vor allem die Erwartung unserer Einzelhandelskunden, dass Natur und Biodiversität selbstverständlich Teil unseres Nachhaltigkeitsprofils sind. Gleichzeitig sehen wir, dass viele unserer Lieferanten aktiv zur Stärkung der Natur rund um ihre Produktion beitragen möchten. Deshalb starten wir nun ein Projekt, das Inspiration für Maßnahmen bietet, die genau auf ihre Flächen zugeschnitten sind. Das Innovationscenteret for Økologisk Landbrug (Innovationszentrum für Ökologischen Landbau in Dänemark) hilft dabei, die Maßnahmen so zu priorisieren, dass die Natur den größtmöglichen Nutzen hat“, sagt sie.

Die Beratungskosten hierfür übernimmt Friland A/S und das Projekt ist auf Dialog, Motivation und Respekt für den Alltag der Landwirte ausgelegt. 


Analyse und konkrete Lösungen

Alle Teilnehmer erhalten eine gründliche Analyse ihrer Flächen. Dabei werden Kartendaten, bestehende Fruchtfolgen, Naturschutz und Feldvariationen berücksichtigt. Anschließend besuchen die Berater den Betrieb und gehen gemeinsam mit dem Landwirt aufs Feld. So entsteht ein klares Bild der Ausgangslage und der Möglichkeiten.

Jens Peter Hermansen, Chefberater des Innovationscenteret for Økologisk Landbrug, erläutert:

„Unsere Beratung steht auf zwei Säulen. Zum einen führen wir GIS-Messungen durch, um die verschiedenen Habitattypen (feste Landschaftselemente, Dauergrünland und Ackerflächen) sowie deren Umfang und Verteilung zu erfassen. Außerdem messen wir das Verhältnis von Flächen zu Umfängen der Felder. Diese Daten zeigen uns das Potenzial für Biodiversität auf dem Betrieb – selbstverständlich unter Berücksichtigung der bestehenden Strukturen.“

Die Messungen bilden die Grundlage für den Betriebsbesuch, die zweite Säule der Beratung. Hier identifiziert der Berater gemeinsam mit dem Landwirt Handlungsfelder und betriebsspezifische Maßnahmen.

„Das können zum Beispiel Maßnahmen sein, die die Bewirtschaftung unterstützen – etwa bessere Bestäubung, mehr Nützlinge oder robustere Anbausysteme. Oder einfach der Wunsch nach einer artenreicheren Flora und Fauna, die Natur, Jagd, Image und Alltag bereichert“, sagt Jens Peter Hermansen. 

Er hofft, dass die Landwirte ein Gefühl von Kompetenz und Erfolg verspüren, wenn sie die Ergebnisse sehen.

Ziel: Eine stärkere Wissensbasis

Die Umsetzung des Projekts läuft bis 2027. Ziel ist es, dass alle Lieferanten einen Besuch und einen individuellen Plan erhalten. Friland wird die Daten und Erfahrungen nutzen, um eine Wissensbank aufzubauen, die später Teil des Lieferantenprogramms werden kann. Gleichzeitig erhält Friland bessere Nachweise für Kunden, die zunehmend konkrete Belege für naturbewusste Produktion verlangen.

Das Projekt bietet damit sowohl einen fachlichen Mehrwert für die Landwirte als auch einen strategischen Schritt für Friland. Es vereint Natur, Bewirtschaftung und Dokumentation in einem Projekt, das auf Freiwilligkeit, Inspiration und praxisnahen Lösungen basiert.