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Den jahrzehntelangen negativen Medienberichten und der konstanten Debatte über Lohn- und Arbeitsbedingungen in den deutschen Schlachthöfen und der deutschen Fleischveredelungsindustrie wird erst dann ein Ende gesetzt, wenn der Bundestag Gesetze verabschiedet, die klar und unmissverständlich die Rahmen für die Industrie definieren. So lautet die Einstellung bei Danish Crown, dem viertgrößten Akteur der deutschen Schlacht- und Fleischveredelungsindustrie. 

„Wir befinden uns in einer Situation, in der deutsche Verbraucher das Vertrauen in unsere Branche verloren haben. Dieses Vertrauen müssen wir wiederherstellen. Im Idealfall hätte die Branche die erforderlichen Schritte bereits vor vielen Jahren selbst ergriffen, aber diese Chance haben wir vertan. Deshalb hoffe ich, dass die deutsche Regierung sehr bald Gesetze verabschiedet, die ein für alle Mal mit dem System brechen, das unserer Branche ein so abschreckendes Image beschert hat“, sagt Preben Sunke, Group COO von Danish Crown.

„Freiwillige Regelungen und Absichtserklärungen beinhalten das Problem, dass sie weder rechtsverbindlich noch behördlich kontrollierbar sind. Daher befürchte ich, dass unsere Branche ohne eine gesetzliche Regelung schnell wieder ins Abseits gerät. Ich möchte gleichzeitig die deutschen Politiker dazu auffordern, ein flexibles System zu schaffen, damit weiterhin in Zeiten mit Spitzenbelastung zusätzliches Personal herangeholt werden kann. Diese Möglichkeit haben wir in Dänemark, und sie funktioniert sehr gut“, so Preben Sunke.

Danish Crown arbeitet in seiner CSR-Strategie unter anderem mit „Good jobs for everyone” als einem der wesentlichen Schwerpunktbereiche. Konkret geht es dabei darum, sämtliche Mitarbeiter mit Respekt zu behandeln, ordentliche Arbeitsbedingungen zu sichern und den Beschäftigten nicht zuletzt die Möglichkeit für persönliche und berufliche Entwicklung zu geben.

Vor diesem Hintergrund beschloss das Unternehmen im Jahr 2019 die Durchführung eines Pilotprojekts an seinem Standort in Essen bei Oldenburg. Das Projekt zielt darauf ab, bis Ende 2020 die Zahl der dort durch Subunternehmer beschäftigten Mitarbeiter von 75 Prozent der insgesamt 1.500 Beschäftigten auf höchstens 25 Prozent zu reduzieren.

Aktuell ist rund die Hälfte der Mitarbeiter im Schlachthof in Essen nun direkt bei Danish Crown beschäftigt, und Pläne zur Umsetzung der vorgegebenen Quote einer direkten Beschäftigung von 75 Prozent im Laufe des Herbstes wurden bereits Anfang des Jahres gelegt.

„Wir nehmen unsere gesellschaftliche Verantwortung ernst. Bei Danish Crown ist man zuversichtlich, sogar 100 % ihrer Fremdmitarbeiter in Deutschland noch vor Jahresbeginn 2021 zu guten Arbeitsbedingungen direkt zu beschäftigen. Als modernes und sozialethisch bewusstes Unternehmen ist es für uns nicht mehr hinnehmbar, dass die mangelnde Sicherstellung geordneter Arbeitsbedingungen in einem fehlenden Eingreifen seitens der Politik, sowohl auf deutscher als auch europäischer Ebene, begründet ist. Deshalb sind wir bereit, mit gutem Beispiel voran zu gehen“, fährt Preben Sunke fort.

Etliche Akteure der Fleischindustrie haben bereits verlauten lassen, heute über Werkverträge mit Subunternehmen beschäftige Mitarbeiter auf freiwilliger Basis übernehmen zu wollen. Auch Danish Crown ist bereit, ab Ende 2020 im Bereich Werkverträge nicht mehr mit Subunternehmen zusammenzuarbeiten.

An den acht Produktionsstandorten von Danish Crown in Deutschland, darunter drei Schlachthöfen, drei Fleischveredelungs- und zwei Zerlegungsstandorten, arbeiten gegenwärtig rund 3500 Beschäftigte.